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  • title-5866428

    gerade eben zurück aus dem schweizer jura, mit gelben narzissenhängen, blauen leberblümchen, buschwindröschenhängen, demersten bärlauch, märzenbecher, veilchen und lungenkraut- so gut!

    ja, der frühling ist da- ich freue mich

  • in der nacht

    IN DER NACHT

    Die Zeit
    in der
    die Sterne
    durchs Fenster
    schaun
    der Fuchs
    in der Ferne
    bellt
    ein Auto
    die
    Stille durchbricht
    Scheinwerferlicht
    Fensterkreuze
    an die Wände malt
    der Liebste
    neben mir
    tiefen Atem
    in das Zimmer bläst.

    Frieden
    im Ibachtal.

    22.03.2009
    U.G.

    irischer friedenswunsch

  • schreiben in der nach teil 2

    VERLOREN

    Ich habe
    es nicht
    gewusst
    bisher
    Dich
    habe ich
    verloren.

    Das Kinderbild
    noch klar
    die kurzen Hosen
    der blonde Schopf
    gemeinsam
    unter dicken Federbetten
    kichernd verborgen.

    Abenteuer
    in einer fremden Stadt
    die Anderen verloren
    im Aufzug
    stecken geblieben
    mit dir
    mein erstes Hotel.

    Verschwommen
    das Bild
    der Gewittersommertage
    in den Weinbergen
    Deiner Stadt
    damals
    brach der Kontakt.

    Manchmal
    gab es Begegnung
    in der Erinnerung
    ob Du Dich manchmal erinnert hast?
    nun
    habe ich
    Dich verloren.

    Trauer
    zwölf Jahre
    nach
    Deinem Tod
    beim Lesen
    Deiner Gedichte
    zu spät?

    für Horst Giepen 1953-1997
    22.03.2009
    U.G.

    ZU DIR

    Kein Weg
    mehr
    zu Dir
    kein Weg
    aus Asphalt
    kein Weg
    auf dem der Matsch
    an den Fußsohlen
    kleben bleibt
    kein Weg
    der sich
    durch Schneewehen gräbt.

    Auf leisen
    Erinnerungssohlen
    gehe ich
    die überwachsenen
    alten Herzenspfade
    zu Dir
    von Dir
    wie gewollt
    unerkannt.

    22.03.2009
    U.G.

    und ein letztes

    SEILTANZ

    Schmal
    ist der Grad
    zwischen
    der Felswand rechts
    und dem Abgrund links.

    Schmal
    ist der Grad
    zwischen
    den Berg hinauf
    und dem Absturz.

    Schmal
    ist der Grad
    zwischen
    den Kopf
    der Sonne entgegen strecken
    und ihn in den Sand stecken.

    22.03.2009
    U.G.

    schmaler grad

  • gedichte in der nacht

    heute ist so eine nacht, in der ich schreibe, statt schlafe, also warum nicht teilen?

    MENSCHSEIN

    Menschsein
    ist Tugend
    ist Demut
    ist Mitgefühl
    eine Lachnummer
    für Mancheinen
    in dieser Welt.

    Menschsein
    ist Liebe
    ist Verzeihen
    ist Freude
    torkelt über den grauen Asphalt
    einsam krümmt es sich in der Nacht
    in dieser Welt.

    Menschsein
    ist Trauer
    ist Berührung
    ist Miteinander, Füreinander
    ein Ringen
    ein Sehnen
    ein Ziel
    das erreichbar ist
    in dieser Welt.

    22.03.2009
    U.G.

    ZUKUNFT
    oder die Erde kann wieder atmen

    Es schüttelt sich
    das letzte Vogelpaar
    es brummt
    ein vorletzter Wal:
    „Wir haben es ja gleich gesagt,
    der Mensch,
    der geht vorbei.“

    Es stampft ein Büffel
    ein scheinbar Letzter
    frei durch die Prärie
    und sucht den Zweiten
    dann werden sie ein Paar.

    22.03.2009
    U.G.

    büffelcollage

  • sonnentag / schneeschmelze

    der erste sonntag dieses gerade frisch geborenen frühlings, der bei uns noch immer schneeschmelze heißt.

    schneeschmelze,
    die wege und straßen breiter macht,
    die um die bäche
    wiesenränder mäandern lässt,
    kreise um bäume und steine zieht,
    löcher in geschobene schneeberge tropft.

    schneeschmelze,
    die hoffnung in sich trägt.
    hoffnung auf sattes frühlingsgrün,
    hoffnung auf blumenwiesen.

    schneeschmelze,
    die den platz vor dem haus
    schon wieder frei gegeben hat
    zum sitzen in der sonne
    und auftanken.

    schneeschmelze,
    unterm rosenbusch abgeschlossen,
    wo nun wieder der kater liegt.

    schneeschmelze,
    mit frühlingsdrängen im blut
    und vogelzwitsch in der luft.

    schneeschmelze,
    die mich ungeduldig werden lässt,
    mit schneeglöckchengruß
    und tulpendrängen im gepäck.

    22.03.schneeglöcken1

    21.03.tulpendrängen

    22.03.schneeglöcken2

  • sonnenschein

    die frühlingskräfte schießen empor und lassen in windesgeschwidigekeit die schneemassen schmelzen - ich will gleich an unseren dorfbach schauen gehen, ob sich schon die ersten sumpfdotters zeigen, aber vielleicht bin ich ja auch zu früh . . .

    es ist ein ringen in der natur, frühlingskraft gegen winterkraft, ich nannte es auf meiner gestrigen collage, der tanz vom sterben und leben:

    tanz vom leben und sterben

    und es wird doch frühling ;)

    frühblüher

  • Erinnerungen bei der AhnInnenforschung

    Flucht und Ankunft

    Namenlos

    Mutterboden

    MUTTERBODEN

    Wo ist Heimat
    wann und warum
    ist Heimat
    wer
    Wurzeln
    wer
    schlug
    Wurzeln
    in Böden
    zur Heimat?

    Zugvögel
    von Osten nach Westen
    von Norden nach Süden
    ich kann Mutterboden riechen
    an Vater statt
    fruchtbar, dunkel, feucht
    sattes Leben duftet
    Vertrauen wächst
    Frucht auch-

    Die Väter
    werden nicht wirklich gebraucht
    Entwöhnung
    zwei Weltkriege
    es traf ihn der Vater, der erste
    es traf ihn der Sohn, der zweite
    sie überlebten
    beide
    der Dritte ging verloren
    zwischen den Welten
    inmitten des Krieges,
    dem zweiten
    kein Atem mehr.

    Die Bilder
    die Taten
    unerzählt
    ungeteilt
    vermodert
    in den
    entleerten Gräbern.

    für die schweigenden Großväter
    für den schweigenden Vater

    12.03.2009 UG.

  • WEITERE GEDICHTE

    VON OST NACH WEST

    gelbe, weite Ährenfelder
    dunkle, steinerne Ehrenfelder
    zwei Kriege
    am Ende
    fällt sie doch
    die Mauer
    noch heute
    im Kopf
    gemeinsam
    mit dem eisernen Vorhang
    Mooreichen
    Gasleichen
    unvorstellbar
    das Grauen
    in den Genen
    der nicht
    gelebten
    Zeit.

  • schreiben

    eigentlich müsste ich an meinem kinderbuch feilen, das mitte september heraus kommen soll, aber mir ist seit tagen nach nix- hier schneit es wieder in einem fort und ich bin irgendwie vollkommen unmotiviert- und dazu leer, alles weiß in meinem kopf! SCHADE
    dödel im netz herum, schreibe freundinnen und in einem forum, zwischendurch wischel ich mal hier und da, gieß die blumen und der krimi von fred vargas ruft und ruft- ich glaube, diesem ruf werde ich jetzt folgen!

  • na und?

    Als ich meine Brille vergessen hatte
    habe ich das Licht ausgemacht und das Fenster geöffnet

    JA UND ?

    Ich habe den Mond angeschaut

    JA UND ?

    und die Wolken,
    die vor den Mond gezogen sind

    JA UND ?

    Ich habe Spaß gehabt

    . . .

    ACH SO !

    Ulli Herbst 2008

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